Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Typ-2-Diabetes

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Typ2 Diabetes
Therapie von Typ-2-Diabetes

Für Typ-2-Diabetiker gibt es verschiedene Therapieformen, die hilfreich sein können. Entscheidend ist eine Änderung der Lebensweise. Betroffene sollten auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung achten. Auf den Konsum von Alkohol und Nikotin sollte möglichst verzichtet werden. Ist diese Umstellung allein nicht ausreichend, können sog. orale Antidiabetika, wie z. B. Metformin, bei der Regulation des Blutzuckerspiegels helfen. Eine weitere Variante ist die Insulintherapie, die aber, im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes, keine Voraussetzung ist. Sie wird nur dann in Betracht gezogen wird, wenn die anderen Therapieoptionen nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Therapie von Typ-2-Diabetes

Die wichtigsten allgemeinen Ziele in der Therapie von Typ-2-Diabetes sind Symptomfreiheit, Vermeidung akuter Komplikationen wie Hypoglykämie (Unterzuckerung) sowie Verhinderung von Langzeitfolgen wie diabetisches Fußsyndrom, diabetische Nephropathie oder diabetische Retinopathie. Durch diese therapeutischen Maßnahmen gelingt es in der Regel, die Lebensqualität des Patienten zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

Nicht-medikamentöse Therapie bei Typ-2-Diabetes

Zunächst wird versucht, mithilfe von nicht-medikamentösen Maßnahmen gegen den Typ-2-Diabetes einzuschreiten. Insbesondere soll hierbei gegen bekannte vermeidbare Risikofaktoren vorgegangen werden. Mediziner setzen dabei z. B. eine individuell abgestimmte Ernährungstherapie ein. Durch diese veränderte Ernährungsweise soll die Aufnahme von (v. a. gesättigten) Fetten dauerhaft reduziert werden. Stattdessen wird bei Typ-2-Diabetes eine ausgewogene, ballaststoffreiche Kost empfohlen. Übergewichtige Typ-2-Diabetiker sollten zudem allgemein ihr Körpergewicht reduzieren. Wichtig ist darüber hinaus ausreichend Bewegung. Alkohol sollte nur in Maßen genossen werden. Wer raucht, sollte das nach Möglichkeit ganz aufgeben.

Medikamentöse Therapie bei Typ-2-Diabetes

Reichen die Allgemeinmaßnahmen nicht aus, den Langzeitblutzuckerwert innerhalb eines Vierteljahres unter 7,0 % zu senken, können darüber hinaus Arzneimittel zur Therapie des Typ-2-Diabetes eingesetzt werden. Zu den sog. oralen Antidiabetika zählen u. a. Metformin sowie Glinide und Sulfonylharnstoffe. Metformin hemmt die Neubildung von Glukose in der Leber und fördert deren Aufnahme in das Fett- und Muskelgewebe. Glinide und Sulfonylharnstoffe stimulieren die Ausschüttung von Insulin. Eine weitere therapeutische Option bei Typ-2-Diabetes stellt die Insulintherapie dar. Hierbei wird das Hormon Insulin direkt per Injektion verabreicht.

Die Insulintherapie bei Typ-2-Diabetes

Wenn die sog. oralen Antidiabetika nicht mehr ausreichen um den Blutzuckerspiegel zu regulieren, sind auch Betroffene von Typ-2-Diabetes auf Insulin angewiesen. Neben der sog. intensivierten Insulintherapie, die bei Diabetes Typ 1 angewendet wird, gibt es für Typ-2-Diabetiker auch eine sog. konventionelle Insulintherapie. Bei dieser Form der Therapie wird die Insulinmenge nicht individuell dosiert, sondern zwei- bis dreimal täglich eine festgelegte Mischdosis injiziert. Diese besteht aus einem lang und einem kurz wirkenden Insulin. Da die Dosis bei dieser Form der Therapie nicht variiert wird, müssen Betroffene von Typ-2-Diabetes ihre Ernährung an das Insulin anpassen.

Schulung für Diabetiker

Es gibt spezielle Schulungen, in denen Diabetiker den richtigen Umgang mit ihrer Erkrankungen lernen können. Angeboten werden diese von verschiedenen Organisationen, um zu unterstützen und informieren. Die Betroffenen von Typ-2-Diabetes erfahren bei dieser Schulung, wie sich ihre Erkrankung behandeln lässt, und erhalten praktische Tipps für den Alltag.

Regelmäßigkeit ist wichtig

Diabetiker sollten gewisse Regelmäßigkeiten in ihren Alltag einbauen. Dazu gehören die Kontrolle des Blutzuckers, Arztbesuche, für die es sich anbietet, einen Gesundheitspass zu führen, und auch Bewegung sollte ein fester Bestandteil im Leben der Betroffenen sein. Diese Maßnahmen können helfen, der Entstehung von Folgeerkrankungen durch den Typ-2-Diabetes vorzubeugen.

 

04. Juni 2019
Eltern haben während der Schulzeit i. d. R. nicht mehr so stark die Möglichkeit, ihr Kind bei der Diabetestherapie zu unterstützen.
  
28. Mai 2019
Menschen mit Typ-2-Diabetes, die gleichzeitig übrgewichtig sind, haben ein erhöhtes Risiko für Fettstoffwechselstörungen.
  
23. Mai 2019
Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Osteoporose, u. a. weil bei ihnen häufig ein Vitamin-D-Mangel vorliegt.
  
30. April 2019
Zur Therapie von Typ-2-Diabetes können verschiedene Medikamente wie z. B. Sulfonylharnstoffe oder DPP-4-Hemmer zum Einsatz kommen.
  
17. April 2019
Eine vergetarische oder vegane Ernährung ist auch für Menschen mit Diabetes geeignet. Man sollte aber immer darauf achten, Mangelerscheinungen zu vermeiden.
  
Diagnose Typ2 Diabetes

Da Typ-2-Diabetes lange Zeit symptomlos verläuft und die dann auftretenden Symptome eher gering sind, bleibt diese Erkrankung in vielen Fällen lange unentdeckt. Man sollte daher auch auf unauffällige Symptome achten. Die Diagnose erfolgt bei Diabetes Typ 2 anhand einer Messung des Blutzuckergehalts und kann durch einen sog. oralen Glukosetoleranztest gesichert werden. Eine weitere Möglichkeit ist es, den Urin auf Spuren von Zucker oder Eiweiß zu kontrollieren. Da der Zucker- bzw. Eiweißgehalt im Urin aber sehr hoch sein muss, bevor man ihn erkennen kann, sollte diese Methode nicht als alleiniges Mittel zur Diagnose dienen.

Beim Typ-2-Diabetes liegt eine Stoffwechselstörung vor, bei der die Zellen nicht mehr auf das körpereigene Hormon Insulin reagieren. Die Betroffenen haben dadurch einen zu hohen Blutzuckerspiegel. Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung, u. a. können Vererbung und Lebensführung Einfluss auf eine mögliche Erkrankung haben. So haben übergewichtige Menschen, die sich wenig bewegen, ein erhöhtes Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Die erbliche Komponente nimmt bei Diabetes Typ 2 einen größeren Stellenwert ein als beim Typ-1-Diabetes. Eine genaue Begründung für die stärkere Vererbbarkeit bei Diabetes Typ 2 konnte bisher allerdings noch nicht gefunden werden.

Von Diabetes Typ 2 spricht man, wenn der Körper zwar Insulin produziert, die Zellen aber nicht auf dieses Hormon reagieren. Diese sog. Insulinresistenz führt zu einem dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel. Obwohl vor allem ältere Menschen von Diabetes Typ 2 betroffen sind, besteht auch bei Kindern und Jugendlichen die Gefahr einer Erkrankung, vor allem wenn sie unter Übergewicht leiden. Da die Symptome der Erkrankung zu Beginn meist unauffällig sind, wird Diabetes Typ 2 oft erst spät entdeckt. Es ist, anders als beim Typ-1-Diabetes, möglich, durch eine gesunde Lebensführung positiv auf die Erkrankung einzuwirken.